Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine e.V.

Kompetenz in 25 Stadtteilen

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BNN 11.12.2020 – Die Bandbreite reichte von kleinen Hausbäumen in Vorgärten, über Obstgehölze aus Großelterns Zeiten, bis hin zu stattlichen Buchen, Eichen und Kastanienbäumen. „Bäume prägen Räume“ – so lautete das Motto des diesjährigen Gartenträume-Wettbewerbes, an dem Bürgerinnen und Bürger mit einem besonders markanten und raumprägenden Baum oder auch einer Baumgruppe teilnehmen konnten. Die Chance, sich mit ihrem Lieblingsbaum der Wettbewerbsjury zu stellen, ergriffen in diesem Jahr 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Stadtgebiet.

Von dieser besonderen Vielfalt überzeugte sich Anfang Juli eine fünfzehnköpfige Fachjury auf einer Rundfahrt, darunter Bürgermeisterin Bettina Lisbach sowie Mitglieder der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Weiterhin setzte sich die Jury aus Vertretern verschiedener Karlsruher Institutionen, wie der Arbeitsgemeinschaft der Bürgervereine, dem Mieterverein, dem Bezirksverband der Gartenfreunde, Haus und Grund sowie dem Gartenbauamt und fachverwandten Ämtern zusammen.

Bewertet wurden unter anderem die standortgerechte Baumartenwahl, die Wuchsform, der Pflegezustand, ökologische Faktoren sowie gestalterische Belange. Insgesamt wurden Preise in drei verschiedenen Kategorien vergeben – den „Groß- und Altbäumen“, äquivalent dazu den „Klein- und Jungbäumen“ sowie in der Rubrik „Obstbäume“. Aufgrund der Einzigartigkeit und Qualität der Beiträge entschied die Jury nicht nur je einen ersten, zweiten und dritten Preis pro Kategorie zu vergeben, sondern mehrere gleichwertige Platzierungen zuzulassen. In diesem Jahr konnten somit 22 Bäume beziehungsweise Baumgruppen prämiert und deren Besitzer für ihr Engagement zum Erhalt und Pflege der Bäume geehrt werden. Insgesamt wurden fünf erste Preise, elf zweite Preise, fünf dritte Preise sowie ein Sonderpreis für gemeinschaftliches Gärtnern vergeben. Coronabedingt musste das Gartenbauamt die für November geplante Preisverleihung absagen. Stattdessen können Interessierte Fotos der prämierten Bäume in der Bildergalerie online unter www.karlsruhe.de/gruener_wettbewerb einsehen.

Eine besonders beeindruckende, mehrstämmige Blutbuche in Rüppurr kann sich doppelt freuen. Im Rahmen der Juryrundfahrt entschied die Arbeitsgemeinschaft der Karlsruher Bürgervereine diese mit der Wolfgang-Fritz-Medaille auszuzeichnen, welche die Arbeitsgemeinschaft zu Ehren ihres ehemaligen und langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Fritz verleiht. Im kommenden Jahr wird sich der Wettbewerb der Dach- und Vertikalbegrünung widmen. Dazu können sich Eigentümer sowie Mieter genauso wie Institutionen und Firmen ab dem Frühjahr 2021 anmelden. Der Start der Anmeldung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Stadt will Häuser in Südstadt kaufen                                                                                                                  BNN-22.03.2021


Soziale Erhaltungssatzung und Vorkaufsrecht als Mittel gegen drohende Wuchermieten


Die Karlsruher Südstadt genießt seit vielen Jahren den Ruf eines Multikulti-Viertels mit bezahlbaren Mieten. Nun will die Stadt zum Schutz des Quartiers vor einer möglichen Gentrifizierung durch Luxussanierungen eine soziale Erhaltungssatzung für den Kernbereich der Südstadt auf den Weg bringen. BNN-Redakteur Ekart Kinkel hat die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Vorhaben zusammengestellt.

Warum soll die Südstadt überhaupt vor Investoren geschützt werden?

Das Thema wurde vor drei Jahren von der Bürger-Gesellschaft der Südstadt aufs politische Parkett gebracht. Grund war der Aufkauf von mehreren Immobilien durch Investoren. Eine nicht repräsentative Umfrage der Bürger-Gesellschaft ergab, dass zahlreiche Mieter von neuen Eigentümern durch subtilen Druck aus ihren Wohnungen gedrängt wurden. Grüne, SPD, FDP, Linke und die Kult-Fraktion haben sich des Problems angenommen und im September 2019 entsprechende Anträge zum Schutz des Quartiers in den Gemeinderat eingebracht.

Wie reagierte der Gemeinderat auf diese Vorstöße?

Zunächst einmal gespalten. Die Antragsteller befürworteten die Pläne. Aber es wurden auch kritische Stimmen laut. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch forderte vor einer Entscheidung eine genaue Erhebung von Daten und Fakten. Genau das hat das Amt für Stadtentwicklung im vergangenen Jahr nun gemacht.

Und wie schätzt die Stadt die Situation in der Südstadt nach dieser Erhebung ein?

In der Südstadt herrscht tatsächlich ein überdurchschnittlich hoher Verdrängungsdruck. Vor allem der Anteil von ausländischen Bewohnern und älteren Mietern ist in der südlichen Südstadt entgegen der gesamtstädtischen Entwicklung gesunken. Außerdem konstatiert die Stadt dem gründerzeitlich geprägten älteren Teil der Südstadt zwischen Baumeisterstraße, Rüppurrer Straße, Ettlinger Straße und Winterstraße ein erhöhtes bauliches Aufwertungspotenzial. Gründe für den Sanierungsstau sind der hohe Anteil von Altbauten, die vielen Mehrfamilienhäuser und der vergleichsweise geringe Anteil von Eigentumswohnungen.

Was hat die Untersuchung sonst noch ergeben?

In der Südstadt leben überdurchschnittlich viele Menschen von Sozialleistungen. Diese haben bei einer Verdrängung aus ihrem angestammten Viertel wegen der aktuellen Wohnungsknappheit und der steigenden Mietpreise keine Chance auf eine bezahlbare Wohnung in der Stadt. Außerdem wurden in der Südstadt in den vergangenen Jahren mehr Bauanträge gestellt und mehr Häuser aufgekauft als im stadtweiten Durchschnitt. Dieser Entwicklung will die Stadt Einhalt gebieten.

Die Südstadt genießt in Karlsruhe einen fast romantischen Ruf als Multikulti-Viertel mit legendären Straßenfesten während der großen Fußballmeisterschaften. Ist an diesem Ruf etwas dran?

Ja. Das Gebiet „Alte Südstadt“ ist durch eine Vielfalt unterschiedlicher Kulturen, Lebensstile und Lebensentwürfe sowie durch eine aus dieser Vielfalt gewachsene und darauf aufbauende Landschaft sozialer Angebote geprägt, schreibt die Stadt in ihrer Beschlussvorlage. Außerdem gibt es dort zahlreiche Angebote für sozial benachteiligte Menschen wie die Straßensozialarbeit, die Vesperkirche und den Alkohol Akzeptierenden Aufenthaltsraum. Das Angebot für Kinder und Jugendliche ist mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung ebenfalls auf den Bedarf der Bevölkerung zugeschnitten.

Wie will die Stadt der drohenden Gentrifizierung einen Riegel vorschieben?

Mit dem Kauf von Immobilien. Dafür soll eine spezielle Satzung zur Regelung des Vorkaufsrechts beschlossen werden. Dann kann die Stadt frühzeitig mit Immobilienbesitzern in Kontakt treten und über einen möglichen Verkauf der Häuser verhandeln.

Wann darf die Stadt vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen?

Nur wenn es der Nutzen für die Allgemeinheit rechtfertigt, also zum Beispiel für den sozialen Wohnungsbau oder zur Deckung des Wohnangebots für bestimmte Personengruppen. Die spätere Nutzung muss allerdings bereits beim Kauf eines Hauses definiert werden.

Liegen auch in anderen Karlsruher Stadtvierteln die Voraussetzungen für ähnliche Maßnahmen vor?

Nein. Der südliche Teil der Südstadt erfüllt als einziges der 70 untersuchten Stadtviertel die Voraussetzungen für eine soziale Erhaltungssatzung. Doch auch im nördlichen Teil gibt es zahlreiche Belege für eine ähnliche Entwicklung. Deshalb werden die beiden Bereiche auch unter dem Begriff „Alte Südstadt“ zusammengefasst.

Reichen die Vorschläge der Verwaltung zum Schutz der Südstadt aus?

„Es ist mehr, als wir je zu hoffen gewagt haben“, sagt Martina Hillesheimer, Vorsitzende der Bürger-Gesellschaft der Südstadt. Die Stadtverwaltung habe „richtig tolle Arbeit“ geleistet. Durch das Vorkaufsrecht könnte Immobilienspekulanten im Zaum gehalten werden. Einen Wunsch hat Hillesheimer noch: „Idealerweise wird das Vorkaufsrecht auch für die Einrichtung von alternativen Wohnkonzepten genutzt.“

BNN

17.11.21

Seit vielen Jahren legt auch die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürger-vereine e.V. am Volks-trauertag bei der zentralen Gedenkfeier einen Kranz auf dem Hauptfriedhof nieder. Vertreten wurde die AKB von ihrem Vorsitzenden Dr. Helmut Rempp.


Karlsruhe: Stadtzeitung, Ausgabe vom 7. Januar 2022

Neubauvorhaben der Bahn: Es bleiben noch zwei Varianten

Tunnellösungen gefordert

Mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene verlagern – diese Forderung dürfte allgemein kaum für Diskussionen sorgen. Doch wenn es an die konkrete Umsetzung geht, bedeutet das zumeist einen langwierigen Prozess. Mitten in einem solchen befindet sich die Region beim Projekt Neu- und Ausbaustrecke Mannheim – Karlsruhe.

Nachdem die Bahn in einer vorbereitenden Planungsraumanalyse Linienkorridore ermittelt hatte, folgt nun die vertiefende Untersuchung der in Frage kommenden Linienvarianten. Für den Knotenpunkt Karlsruhe hat sich indessen die Zahl dieser Varianten im Grunde auf zwei reduziert, eine Ost- und eine Westvariante. Da ein weiterer Ausbau der vorhandenen Bahnlinien nicht möglich ist, müssen die zusätzlichen Gleise, welche für eine Kapazitätserhöhung auf der europäischen Magistrale Rotterdam – Genua erforderlich sind, als Neubaustrecke durch die Fächerstadt geführt werden. Die Ostvariante sieht eine oberirdische Führung der Trasse parallel zur Autobahn A5 bis in den Haupt- und Güterbahnhof vor.

Mittels einer Querspange in Höhe des Pfinzentlastungskanals könnte zusätzlich der Bahnhof Durlach für den Personen-Fernverkehrs angeschlossen werden. Die Westvariante wiederum käme nicht ohne eine umfangreiche Tunnel-Lösung aus. Hierbei würden die neuen Gleise entweder aus Richtung Norden kommend bei Neureut oder aus Richtung Westen schon bei Wörth in den Untergrund abtauchen, um südlich von Karlsruhe wieder zum Vorschein zu kommen. Hierbei wäre der Hauptbahnhof allerdings abgehängt, so dass diese Trasse für den Personen-Fernverkehr eher ungeeignet erscheint. Eine linksrheinische Variante über französisches Territorium, wie sie der Regionalverband Mittlerer Oberrhein „aufgrund der europäischen Dimension des Vorhabens“ fordert, ist in den Planungen der Bahn nicht berücksichtigt.

Für die Stadt Karlsruhe müsse es daher, so verdeutlichter Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in einem Gespräch mit Vertretern der Bürgervereine, „um eine leistungsfähige Strecke mit möglichst wenig Konfliktpotenzial gehen“. Dieser Einschätzung folgte der Hauptausschuss des Gemeinderats noch im Dezember mit einer einhelligen Zustimmung zu den Positionen der Stadt Karlsruhe. Man müsse „mit einer Sprache sprechen“, bekräftigten Parsa Marvi (SPD) und Thomas Hock (FDP). Demnach fordert die Stadt unter anderem von der Bahn eine gesonderte Knotenpunkt-Betrachtung, wie sie bereits für Mannheim angestoßen wurde. Des Weiteren müsse eine Trassenführung in Richtung Durmersheim ebenso in die Planungen einbezogen werden wie die Prüfung von Tunnellösungen auch für oberirdisch mögliche Trassenverläufe.

Nach Einschätzung von Tilmann Pfannkuch (CDU) sei auch „die Ostvariante oberirdisch nicht darstellbar“. Der Forderung der Bürgervereine nach einem optimierten und nach Möglichkeit über den gesetzlichen Rahmen hinausgehenden Lärmschutz schließt sich die Stadt an. In das weitere Vorgehen sollen nun neben den Bürgervereinen und dem Regionalverband auch die Bundestagsabgeordneten und die Landesregierung einbezogen werden. Zudem wird die Einrichtung einer Online-Plattform zum Informationsaustausch geprüft. -eck-


DISKUSSION UM VARIANTEN: Weil die Nord-Süd-Achse, wie hier bei Hagsfeld, nicht noch weiter ausgebaut werden kann, plant die Deutsche Bahn eine Neubaustrecke durch Karlsruhe. Foto: Enderle


Auf diese möglichen Linienkorridore konzentrieren sich im Raum Karlsruhe die Planungen für eine neue Eisenbahnstrecke. Violett eingefärbt sind Tunnelstrecken. Grafik: smarttrass / DB Netze



Badische Woche 19.12.20



BNN - 02.02.2022

Fahrkarten.pdf

Unser Positionspapier an die Herren Dr. Mentrup und Dr. Pischon,

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